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Mindener Museum Objekt im Fokus [10 C 1.36]

„Erinnerungsstück an den Stapellauf des Dampfers „Minden“ der Reederei „Norddeutscher Llyod““

„Erinnerungsstück an den Stapellauf des Dampfers „Minden“ der Reederei „Norddeutscher Llyod““ (Mindener Museum RR-R)
Provenance/Rights: Mindener Museum / Janna Bünck (RR-R)

Description

Das Objekt im Fokus im März und April 2018 ist ein Erinnerungsstück an den Stapellauf des „Norddeutschen Llyod“-Dampfers „Minden“ aus dem Jahr 1921. Es besteht aus einer wappenförmigen, hölzernen Plakette auf der auf einem kleinen Podest der noch verkorkte Hals der Sektflasche der Marke „Kupferberg Trocken“ angebracht ist. Umrahmt wird er von einer wehenden Flagge in den Farben des deutschen Kaiserreichs. Traditioneller Weise wird ein Schiff vor seinem Stapellauf im europäischen Raum mit einer Sekt- oder Campagnerflasche getauft. Begleitet wird dieser festliche Akt von einer Rede, die dem Schiff „allzeit gute Fahrt und eine Handbreit Wasser unterm Kiel“ wünscht. Behaftet ist der Taufvorgang jedoch mit Aberglauben: so muss die Flasche zerspringen und der Korken noch fest im Rest des Flaschenhalses sitzen, um dem Schiff den Segen für eine sichere Fahrt zu geben.
Ein Foto aus dem Bestand des Mindener Museums zeigt den Stapellauf der „Minden“ im Stettiner Hafen der Vulkan Werke am 1. Oktober 1921. Angefertigt wurden die Fotos von dem Mindener Fotographen Carl Beste. Auch der Festakt der Schiffstaufe wurde im Foto festgehalten: Über einen Metallhebel wurde die Flasche von einem geschmückten Pavillon aus auf dem Schiffsbug zerschellt. Der damalige Oberbürgermeister Dr. Becker hielt die Taufrede und vollzog die Taufe. Als Andenken erhalten Täufer eines Schiffes traditionellerweise den Flaschenhals, der meist zusammen mit einer Plakette zu einem Erinnerungsstück gearbeitet wird. Dr. Becker übergab das Stück dem damaligen Mindener Heimatmuseum, wodurch es in die Sammlung gelangte. Hintergrund waren die engen Verbindungen zwischen der Bremer Reederei „Norddeutscher Lloyd“ und dem Mindener Oberbürgermeister, der auch Vorsitzender des 1921 gegründeten „Weserbundes“ war.
Die „Minden“ war der erste Neubau der Vulcan Werft nach dem Ersten Weltkrieg und namensgebend für die kommenden Nachfolgemodelle der insgesamt acht Schiffe der „Minden-Schiffsklasse“. Sie trugen teilweise ebenfalls Namen von Weserstädten. Heute ist keines der Schiffe mehr seetüchtig. Die „Minden“ wurde am 25. November 1921 in Dienst gestellt und verkehrte mehrere Jahre als Frachter der Reederei „Norddeutscher Lloyd“ zwischen Deutschland und Südamerika. Im Jahr 1939 wurde die „Minden“ verlängert und mit einer neuen Maschine ausgestattet, so dass sie eine Höchstgeschwindigkeit von 14,5 Knoten erreichte. Noch im selben Jahr sank die „Minden“ am 24. September etwa 150-200 km von Island und den Färöer Inseln entfernt.
Im letzten Sommer ging ihr Name wieder durch die Presse: Grund war die Wiederentdeckung des Schiffswracks durch die britische Firma „Advanced Marine Service“. Diese war unter norwegischer Flagge und wohl ohne Genehmigung auf Schatzsuche. Es gibt Gerüchte und Legenden, dass die „Minden“ auf ihrer letzten Fahrt, in den ersten Wochen des Zweiten Weltkriegs, vier Tonnen Gold im Auftrag einer Deutsch-Südamerikanischen Bank geladen haben soll. Angenommen wurde auch, dass eine Anweisung existiert hätte, im Falle eines Angriffs, eine Übernahme des Goldes durch den Feind zu verhindern. Es wurde bezweifelt, dass der Frachter tatsächlich durch die britischen Kreutzer HMS Dunedin und HMS Calypso versenkt worden sei, oder ob er vielleicht doch durch die Hand der eigenen Besatzung unterging. Belegt ist jedoch, dass die deutsche Besatzung vom britischen Kriegsschiff HMS Dunedin aufgenommen und in England in einem Kriegsgefangenenlager interniert wurde. Laut Presseberichten sollen die Schatzsucher eine Kiste im Schiffswrack entdeckt haben. Was wirklich an Bord der „Minden“ geladen war und wem das Fundgut letztendlich gehört, ist jedoch bis heute ungeklärt.

Material/Technique

Holz & Glas & Metall / Geschnitzt & Gepresst & Montiert

Keywords

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Mindener Museum

Object from: Mindener Museum

Das 1912 gegründete Mindener Museum ist in einem Gebäudeensemble von sechs Häusern im Stil der Weserrenaissance untergebracht und zählt zu den ...

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