museum-digitalostwestfalen-lippe

Close
Close
Mindener Museum Objekt im Fokus Spielen [6 B _]

Table -Tennis - Set

Table - Tennis - Set (Mindener Museum RR-R)
Provenance/Rights: Mindener Museum (RR-R)

Description

Das Objekt im Fokus für die Monate Januar und Februar 2017 ist ein Tafel Tennis-Set in Originalverpackung für den privaten Gebrauch. Es war um 1900 eine Neuheit, um das berühmte Rasentennis aus dem Freien „auf jeden viereckigen Tisch“ in die heimischen vier Wände zu holen. Angepriesen wird das „Table-Tennis” auf der Verpackung als „ein neues, interessantes und populäres Spiel“(„A new, interesting and popular Game“).

Französische Mönche spielten im 13. Jh. ein Vorläufer-Spiel des Tennis. Mit der Hand wird ein Ball im Kreuzgang des Klosters auf ein kleines Aufschlagdach oder durch einen Torbogen geschlagen. Eine gegnerische Mannschaft versucht den Angriff abzuwehren. Verbreitung fand diese Spielart insbesondere in den Klosterschulen unter den adligen Schülern. Sie kultivierten den Sport an den Höfen. Dort entstanden Spielsäle, in denen ab dem 15. Jh. mit Pergament oder Darmsaiten bespannten Schlägern gespielt wurde. Das Spiel erfreute sich großer Beliebtheit. Als jedoch Wetten und Betrug zunahmen, verbot man es zeitweise und es geriet in Vergessenheit.

Eine Renaissance wiederfuhr dem Tennis durch Major Walter C. Wingfield (1833-1912) in den 1860er Jahren. Das Spiel wurde ins Freie verlegt: jeder flache Rasen konnte nun bespielt werden. Man spannte ein Netz in der Mitte des Feldes auf und begrenzte das Spielfeld mithilfe von Markierungen. Das Spiel wurde nun nach der englischen Bezeichnung für einen Rasenplatz „Lawn-Tennis“ genannt.

Um Tennis auch bei schlechtem Wetter spielen zu können, entwickelte man das „Raum-“ und das „Tisch-Tennis“ in kleinerem Maßstab. Seit den 1880er Jahren entstanden Spielesets für den Innenraum. Gespielt wurde diese von wohlhabenderen Personen, die es sich leisten konnten, einem solchen Freizeitvergnügen nachzugehen. Die illustrierte Anleitung zeigt jedoch, dass Frauen den Männern bei diesem Spiel in nichts nachstanden.

Die Herstellerangaben fehlen auf dem Spiel-Set aus dem Mindener Museum. Die qualitativ sehr hochwertig verarbeiteten, hölzernen Tennisschläger weisen ein Merkmal auf, das typisch für die amerikanische Firma Wright & Ditson ist: die bespannten Schlägerflächen schließen am unteren Rand mit roten Saiten ab. Auch ist die deutschsprachige Spielanleitung des „Tafel-Tennis“ mit einer fast identischen Illustration, wie das von Wright & Ditson produzierte „The New Game of Pom-Pom or Table Tennis“ bestückt. Die 1871 gegründete, aus Boston stammende Firma verkaufte sowohl in den USA als auch in Europa Sportartikel.

Das Spiel-Set umfasst außerdem ein Netz an zwei hölzernen Pfosten, die über Schrauben an einem Tisch befestigt werden können. Die sechs beiliegenden Bälle bestehen aus dem um 1900 verwendeten Zelluloid. Die Spielanleitung weist auf die „Federleichtigkeit der Bälle“ hin, „die nach dem Schlage fast Flügel zu bekommen scheinen“.
Sie verrät weiterhin schon vor dem Spiel, wer der Sieger des Table Tennis sein wird: „Bei der kurzen, von dem Ball zu durchmessenden Entfernung erfolgt natürlich das Hin- und Herschlagen der Bälle sehr schnell und wird ein leicht aufgeregter Spieler dem kühleren, vorsichtigen Gegner stets im Nachteil sein.“

Material/Technique

Holz & Garn & Pappe & Papier / geschnitzt & montiert

Keywords

Zeitleiste Objekte zum Tag auf Karte

Mindener Museum

Object from: Mindener Museum

Das 1912 gegründete Mindener Museum ist in einem Gebäudeensemble von sechs Häusern im Stil der Weserrenaissance untergebracht und zählt zu den...

Contact the institution

[Last update: ]

Usage and citation

Cite this page
The textual information presented here is free for non-commercial usage if the source is named. (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Please name as source not only the internet representation but also the name of the museum.
Rights for the images are shown below the large images (which are accessible by clicking on the smaller images). If nothing different is mentioned there the same regulation as for textual information applies.
Any commercial usage of text or image demands communication with the museum.