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Krankenhausmuseum Bielefeld e.V. Herzunterstützungssysteme, Herzklappen und Kunstherz

Herzunterstützungssysteme, Herzklappen und Kunstherz

Die folgenden Exponate wurden stammen zum einen aus dem früheren Bestand des Herzkatheterlabors, zum anderen aus der Pathologie des Klinikums Bielefeld Mitte. Gezeigt werden implantierte, extra-korporal eingesetzte und intravasal applizierte Systeme. Deren Funktion wird im Zusammenhang mit dem jeweiligen Objekt erklärt.

[ 8 Objects ]

Kunstherz Jarvik-7 TAH

Kunstherz Jarvik-7 TAH (Total Artificial Heart)
Zwei aus Kunststoff gefertigte und dem menschlichen Herz nachempfundene Kammern mit jeweils zwei Arterienzugängen und je einem pneumatischen Zugang zur Steuerung des Implantats. Übergangslösung vor einer Organspende. Seriennummern: 55506L0301 und 55431R0301
Dieses Kunstherz wurde von Dr. Robert Jarvik erfunden, es ist wie ein natürliches Herz aufgebaut. Erste klinische Untersuchungen, das Jarvik-7 permanent an einem Patienten einzusetzen, begannen 1982. Bis in die späten 80er Jahre wurde das Jarvik-7 bei über 70 Patienten an 16 Herzzentren als Überbrückung bis zur Transplantation eingesetzt. Zum Vergleich: 2013 wurden allein am Deutschen Herzzentrum in Berlin 170 Kunstherzsysteme implantiert, häufig auch als Alternative zur Transplantation.
Jarvik-7 hat zwei Pumpen wie die Ventrikel des Herzens. Jeder hohlkugelförmige Polyurethanventrikel hat einen scheibenartigen Mechanismus, der das Blut vom Einlassventil zum Auslassventil drückt. Das pneumatisch wirkende externe Antriebssystem treibt die Pumpe über Antriebsstränge an. Bei Stromausfall versorgt ein wieder aufladbarer Akku das System.

Kunstherz Jarvik-7 TAH

Intra-aortale Ballonpumpe (IABP) Arrow

Intra-aortale Ballonpumpe (IABP) zur Kreislaufunterstützung Arrow.

Blaues Anschlussstück mit Firmenbezeichnung, gelber Lichtleiter, weißes Verteilerstück, Draht in Schutzhülle mit Fixierungsplatten für den Patienten, Fadenreste, flexibler Metallschlauch Schwanenhals, Endstück (25 cm) Draht mit Ballon

Prinzip der Gegenpulsation: Eliminierung einer definierten Blutmenge aus dem Kreislauf während oder kurz vor der Systole (Austreibungsphase) des Herzens. Dies geschieht dadurch, dass ein in der großen Körperschlagader platzierter Polyurethanballon Herzzyklus-synchronisiert in der Diastole (Erschlaffungsphase des Herzens) bei geschlossener Aortenklappe mit Helium aufgeblasen wird und in der Austreibungsphase des Herzens (Systole) bei geöffneter Aortenklappe leergesaugt wird.

Intra-aortale Ballonpumpe (IABP) Arrow

TCI Heartmate Herzunterstützungssystem

TCI Heartmate Herzunterstützungssystem
Aus Metall gefertigtes Bauteil mit einer aus Titan hergestellten rotierenden Scheibe, die als Pumpe dient. Ein Zugang führt das Blut aus der linken Herzkammer zur Pumpe und wird dann zur Aorta geleitet. Ein dritter Schlauch dient zum pneumatischen Anschluss. Nummer auf der Rückseite: 1258

Aus Metall gefertigtes Bauteil mit einer aus Titan herge-stellten rotierenden Scheibe, die als Pumpe dient. Ein Zugang führt das Blut aus der linken Herzkammer zur Pumpe und wird dann zur Aorta geleitet. Ein dritter Schlauch dient zum pneumatischen Anschluss. Nummer auf der Rückseite: 1258
Diese Hilfsvorrichtung arbeitet in Parallelschaltung zum natürlichen Herzen. Es war eines der ersten mechani-schen Unterstützungssysteme und dient dazu, die Funkti-on eines Herzausfalls teilweise oder vollständig zu erset-zen. Dies unterscheidet es von der Funktion künstlicher Herzschrittmacher. Die Systeme sind zum einen für den kurzfristigen Gebrauch gedacht, um sich von einem Herzinfarkt oder von einer Herzoperation zu erholen. Zum anderen sind sie für den Langzeitgebrauch von Pa-tienten, die an fortgeschrittener Herzschwäche leiden, bestimmt. Das System besitzt eine rotierende Titanscheibe, die einen pulsatilen Fluss erzeugt. Die Ein- und Ausflussklappen sind vom Schwein. Als pneumatisches System wurde das TCI Heartmate erstmals 1986 zugelassen.
Die Abbildung (Getty Images/Universal Images Group) zeigt ein elektrisch angetriebenes System (ab 1995), mit dem der Patient zeitweise vollständig mobil sein kann.

TCI Heartmate Herzunterstützungssystem

Herzunterstützungssystem Thoratec pVAD

Herzunterstützungssystem Thoratec pVAD:

Kreisrundes Mittelstück, an das von unten ein pneumatisches Anschlussteil führt. Oben führen eine Zuleitung zum Herzen und eine vom Herzen kommende Ableitung durch Kunststoffschläuche. An Zu- und Ableitung jeweils eine Klappe. Zur externen Anwendung.
Aufschrift: Thoratec Made in USA
Rückseite: P/N 140 86
S/N 4059

Dieses System wurde außerhalb des Körpers (paracorporal) getragen. Es ist mit Druckluft betrieben und ein sogenanntes „pulsatiles System“. Bei dieser Art von Kunstherz wird der körpereigene Puls in der Regel durch die Verwendung Druckluft-betriebener getakteter (pulsatiler) Blutpumpen simuliert. PVAD (= Paracorporeal Ventricular Assist Device)-Systeme sind seit 1982 im Einsatz.

Die Abbildung von David Hehir zeigt beispielhaft die Konfiguration eines PVAD-Systems zur Unterstützung der linken Herzkammer.

Herzunterstützungssystem Thoratec pVAD

Hochleistungs-Turbine Abiomed Impella (TM)

Hochleistungs-Turbine Abiomed Impella (TM):
Anschlussstück aus grau-rotem Kunststoff mit Firmenbezeichnung, zwei zusätzliche seitliche Anschlussmöglichkeiten, Schutzhülle zum sterilen Einbringen, weiße Hülse mit seitlicher Zuführung, markierter Katheter mit grauem Zwischenstück und metallener Aufsatz und blauer Kunststoffspitze, geringelt.
Kernstück des Impella®-Systems der Firma Abiomed ist eine mikroaxiale, äußerlich nicht erkennbare Hochleistungs-Turbine.
Anwendungsgebiete sind z.B. schwerer Herzinfarkt oder kardiogener Schock. Das System wurde offenbar bereits einmal verwendet (Gebrauchsspuren). Funktion: Die Pumpe wird über die Leistenarterie bis in die linke Herzkammer eingeführt. Von dort pumpt sie kontinuierlich bis zu 2,5 l Blut pro Minute in die große Körperschlagader und unterstützt damit die Herzfunktion. Die Anwendungszeit ist in den USA auf 5 Stunden, in Europa auf 5 Tage begrenzt.

Hochleistungs-Turbine Abiomed Impella (TM)

Implantierbarer Impulsgenerator Impulse Dynamics Optimizer III

Impulse Dynamics Optimizer III, Implantierbarer Impulsgenerator
Die Vorderseite ist durch einen Aufkleber mit "This side up" gekennzeichnet.
Gravur Rückseite: Impulse Dynamics, Optimizer III Model CCM X8 SN 2930 ODO-LS-CCM
Die Bauteile sind mit rotem Epoxydharz ummantelt.
Oben Reste von drei Elektrodenanschlüssen
Das Gerät dient zur Unterstützung der Herzleistung mithilfe kardialer Kontraktionsmodulation, zusätzlich zur medikamentösen Behandlung der Herzinsuffizienz. Das Implantat lässt sich über die integrierte, von außen sichtbare Spule, extern wiederaufladen.

Implantierbarer Impulsgenerator Impulse Dynamics Optimizer III

Künstliche Herzklappe mit biologischem Material

Herzklappenersatz, hergestellt mit einer Herzklappe vom Schwein. Ring aus Kunststoff, teils beschädigt.

Diese Herzklappe wurde nach Eröffnung der Brust mit Durchtrennung des Brustbeins unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine implantiert.

Vorteil ist die geräuschlose Funktion. Auch muss ein Blutverdünner (Marcumar®) nur in den ersten Monaten eingenommen werden. Nachteil: Austausch nach 10-15 Jahren erforderlich

Künstliche Herzklappe mit biologischem Material

Künstliche Herzklappe, schwarz

Herzklappenersatz aus Metall mit Kohlenstoff beschichteter, glatter schwarzer Oberfläche. Zwei frei bewegliche Klappen-Anteile in einem Ring gefasst. Die metallisch klingenden Öffnungs- und Schlussklicks der künstlichen Herzklappe können beim Abhorchen mit dem Stethoskop wahrge-nommen werden.
Diese zweiflüglige künstliche Herzklappe (Aortenklappe) wurde nach Eröffnung der Brust mit Durchtrennung des Brustbeins unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine implantiert. Während der gesamten Laufzeit der Klappe muss ein blutverdünnendes Mittel (Marcumar®) eingenommen werden.

Künstliche Herzklappe, schwarz